DMGP-Tagung: Weniger behindern, mehr möglich machen

DMGP Kongress

Blick auf die Ausstellung zum DMGP-Kongress. Foto: Stefan Quack, BG Klinikum Hamburg, www.rollstuhlsport.de

Unter dem Motto: „Inklusion von Menschen mit einer Querschnittlähmung – eine multiprofessionelle Herausforderung, fand vom 25.-28.05.2016 im Inselpark Hamburg die 29. Versammlung der Deutschsprachigen Medizinischen Gesellschaft für Paraplegie e.V. (DMGP) statt. Verschiedene Berufsgruppen, die an der Rehabilitation von Menschen mit einer Querschnittlähmung beteiligt sind, wie Ärzte, Therapeuten und Pflegekräfte, trafen sich zum alljährlichen Wissensaustausch und zur Diskussion des Leitthemas Inklusion. Insgesamt reisten über 700 Tagungsteilnehmer in die Hansestadt, darunter zahlreiche international renommierte Referenten und Aussteller aus Medizin- und Rehabilitationstechnik.

„Wir befinden uns im Spannungsfeld der tatsächlichen und der gewünschten Inklusion. Die medizinische Rehabilitation von Menschen mit einer Querschnittlähmung ist bereits ein Weg in Richtung Inklusion, doch es muss ein Ruck durch die ganze Gesellschaft gehen, um dieses Ziel auf ganzer Ebene zu erreichen. Auf der diesjährigen Tagung haben wir verschiedene Ansätze aufgezeigt, wie man noch weniger behindern und noch mehr möglich machen kann, resümierte der Tagungsleiter PD Dr. med. Roland Thietje, Chefarzt des Querschnittgelähmten-Zentrums und stellvertretender Ärztlicher Direktor am BG Klinikum Hamburg.

Auch Dr. med. Marion A. Saur, erste Vorsitzende der DMGP und Chefärztin des Querschnittgelähmten-Zentrums der orthopädischen Klinik Hessisch Lichtenau, zeigte sich erfreut über die Ergebnisse der Tagung: „Unsere Aufgabe ist es, Menschen mit einer Querschnittlähmung eine aktive Teilhabe am Leben zu ermöglichen. Das Thema Inklusion ist ein großes Thema in unserer Gesellschaft, bei dem es keine Lösungen von der Stange gibt. Die diesjährige Tagung hat uns durch die multiprofessionelle Zusammenarbeit und den interdisziplinären Austausch viele Anstöße und Ideen geliefert, um die Aufgabe jeden Tag ein bisschen besser lösen zu können.“

Besondere Beachtung fand die Rolle des Sports, nicht nur für die Rehabilitation, sondern auch als Motor der Inklusion. Bekannte Paralympioniken, wie die aktuelle WM-Goldmedaillengewinnerin im Kanu, Edina Müller, schilderten während der Podiumsdiskussion, welche Rolle der Sport in ihrem Leben spielt und wie weit es dort mit der Inklusion bestellt ist. Tagungsteilnehmer hatten zudem selbst die Möglichkeit inklusive Sportangebote des Deutschen Rollstuhl-Sportverbandes e.V. zu erleben und zu testen. Dazu zählten das Rollstuhlskaten (WCMX) in der barrierefreien Anlage des Inselparks und der Tauchworkshop im angeschlossenen Schwimmbad des Bäderlandes.

Neben dem Leitthema, wurden aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse und neue therapeutische Ansätze vorgestellt und besprochen. Darunter robotergestütztes Gehtraining, Mobilitätskompetenz im Alltag sowie Aspekte der Neuro-Urologie. Vor der offiziellen Eröffnung versammelten sich im BG Klinikum Hamburg die traditionellen Arbeitskreise zum Besprechen der aktuellen Herausforderungen in den Bereichen: Medizin, Ergotherapie, Pflege, Physiotherapie, Psychologie, Sporttherapie, Sozialdienste, Logopädie, Neurourologie und Seelsorge.

Die nächste DMGP Tagung findet vom 18.-20. Mai 2017 in Ulm statt. Weitere Informationen unter www.dmgp-kongress.de

 

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