By Juni 24, 2014 0 Comments Weiterlesen →

Ein behindertengerechter Trecker auf der IRMA

Foto: Escales Verlag

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Ein behindertengerecht umgebauter Traktor macht es möglich: Werner Möller kann auch nach einem schweren Unfall als Rollstuhlfahrer weiter tatkräftig mit anpacken. Trotz seiner Querschnittslähmung vor vier Jahren bewirtschaften er und seine Frau Anke ihren Hof mit Freude, Lust und Leidenschaft gemeinsam weiter.

Werner Möller wird anlässlich der diesjährigen Rehamesse IRMA in Bremen seinen eigens für ihn umgebauten Traktor mit Schwenksitz und Hebelift vorführen. Werner Möller ist seit 30 Jahren Landwirt aus Leidenschaft. Gemeinsam mit seiner Frau Anke entdeckte er die Liebe für den gemeinsamen Beruf. Seit einem schweren Sturz in einen Fermentierer beim Bau einer Biogasanlage vor vier Jahren ist der Vater zweier Kinder nun querschnittsgelähmt. Doch das hält den Rollifahrer nicht davon ab, seinen Hof in Schleswig-Holstein weiter zu bewirtschaften.

Moderne Technik des Fahrzeugumbaubetriebes ASP macht es möglich. Werner Möller steuert selbst seinen 3,8-Tonnen schweren Traktor über den Hof. Ausgestattet mit allem was er braucht, vom Schwenksitz über den Hebelift bis zur Handsteuerung, kann der 57-Jährige ihn völlig eigenständig führen. Ein großes Stück Lebensqualität.

30 Jahre sind Werner und Anke Möller nun schon verheiratet. Der gelernte Maurer wollte eigentlich nie Bauer werden. Bis er seine Anke, Tochter von Landwirten, kennen und lieben lernte. Gemeinsam entdeckten sie ihre Leidenschaft für den Beruf und übernahmen schließlich das Gut von Ankes Eltern. Bis heute steht diesem Glück nichts im Wege – auch keine Querschnittslähmung. Die Umbauarbeiten für den VW TS, den Herr Möller fährt, zahlte seine Berufsgenossenschaft, genauso wie den Umbau des Traktors im vergangenen Jahr durch ASP.

„Wenn ich Werner so sehe, wie er von seinem Job erzählt und mit wie viel Freude und Achtsamkeit er und Anke gemeinsam anpacken – das ist für mich das Größte!“ schwärmt Natascha Wiechmann von A.S.P. Aufbau Service Petersen. „Das allerwichtigste ist es mir in meinem Beruf zu sehen, dass ich Wünsche, Träume und Lebensqualität zurückbringen kann. Egal, wie groß oder klein der Umbauaufwand ist.“ Das meint die vor Energie sprühende Dame im Rollstuhl augenscheinlich ernst. Sie liebt ihren Job und möchte auch anderen Menschen mit Gehbehinderung zeigen, welches Plus an Lebensqualität möglich sein kann. Ihr ist es deswegen eine Herzensangelegenheit, dass Herr Möller mit seinem Trecker auf die IRMA kommt und anderen Menschen Mut machen kann.

Neben dem Traktor vom Typ MF 5440 werden natürlich noch weitere umgebaute Fahrzeuge, darunter zahlreiche Pkws, auf der „IRMA – Internationales Reha- und Mobilitätsmesse für Alle“ vom 28.-30.06. in Bremen ausgestellt werden.

Lesen Sie hierzu auch folgenden Artikel: Hoch hinaus – vom Rollstuhl in den Traktor

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Veröffentlicht in: Nachrichten

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