Kanu-WM: Gold für Edina Müller und Tom Kierey

Das war nichts für schwache Nerven: Nach packenden Duellen auf den letzten Metern haben sich Edina Müller (32, Hamburg) und Tom Kierey (21, Dresden) jeweils hauchdünn die Goldmedaille bei den Kanu-Weltmeisterschaften auf der Duisburger Regattabahn gesichert.

Während Kierey im heimischen Gewässer seinen Erfolg von 2015 wiederholte, feierte Müller nach Silber im Vorjahr ihren ersten WM-Titel im Kanu. Abgerundet wurde das gute Abschneiden der deutschen Mannschaft durch Ivo Kilian, der mit Platz neun im Finale die Zahl der Startplätze für Deutschland bei den Paralympischen Spielen in Rio de Janeiro auf drei erhöhte.

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Die WM-Sieger Edina Müller (32, Hamburg) und Tom Kierey (21, Dresden). Foto: DBS/K. Müller

Dabei hatte der Finaltag für Edina Müller zunächst gar nicht gut begonnen. Beim morgendlichen Aufwärmen kenterte die querschnittsgelähmte Athletin mit ihrem Kajak und landete im kühlen Duisburger Wasser. „Das ist mir so noch nie passiert. Die Vorbereitung war dadurch alles andere als optimal, doch als ich am Start war, habe ich den Fokus schnell wiedergefunden“, berichtet die 32-Jährige. Sie dominierte die 200 Meter in der Startklasse Kl 1 über weite Strecken, doch im Schlussspurt näherte sich die bisherige Abonnementsiegerin Jeanette Chippington (Großbritannien) immer mehr an und Müller rettete am Ende 0,19 Sekunden Vorsprung ins Ziel – es war der erste WM-Titel der langjährigen Rollstuhlbasketballerin in ihrer Sportkarriere überhaupt.

„Die Strecke hätte nicht viele Meter länger sein dürfen“, sagte die Hamburgerin schmunzelnd und fügte an: „Im Training war ich schon besser unterwegs und das Rennen war sicher nicht optimal, aber es hat gereicht“, freute sich Edina Müller über Gold bei der Heim-WM – und bei der anschließenden Siegerehrung war das Zittern nach dem morgendlichen Malheur einem breiten Grinsen gewichen.

Noch knapper war der Kampf um den Titel bei Tom Kierey in der Startklasse Kl 3. In einem Rennen auf hohem Niveau setzte sich der 21-jährige Titelverteidiger gegen die starke Konkurrenz durch und behielt in einem Foto-Finish mit nur 0,04 Sekunden die Nase vorne. „Wir werden alle immer schneller und es wird immer enger. 15 Meter vor dem Ziel bin ich quasi stehengeblieben und habe es spannender gemacht, als ich eigentlich wollte“, sagte der alte und neue Weltmeister anschließend mit einem Augenzwinkern. Der Titel sei für ihn ein schöner Bonus, doch es zählten in diesem Jahr nur die Paralympics. „Ich weiß, dass ich noch schneller sein kann – und in Rio muss ich auch noch schneller werden“, betonte Kierey, der nach 40,43 Sekunden die Ziellinie überquerte.

„Super zufrieden“, war entsprechend auch Kanu-Cheftrainerin Sandra Müller. „Edina hat ihre Dauerrivalin besiegt, Tom hauchdünn seinen Titel verteidigt und wir haben durch Ivo Kilian noch den angestrebten dritten Startplatz für die Paralympics geholt“, resümierte Sandra Müller. In Duisburg waren Athletinnen und Athleten aus rund 40 Nationen am Start.

DBS/AWS

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Veröffentlicht in: Nachrichten, Sport

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