Max Weber: Mit Gänsehaut über die Ziellinie

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Max Weber (Mitte) bei der Siegerehrung nach seinem Sieg im Straßenrennen. Foto: privat

Eigentlich wollte Max Weber seine sportliche Karriere bereits beenden. Bei einem Unfall in einem Rennen 2013 hatte sich der Handbiker aus Obergünzburg (Bayern) den Fuß gebrochen. „Danach bin ich nicht mehr richtig in den Rhythmus gekommen und musste nach meinem Comeback eine ziemliche Durststrecke erleben“, erinnert sich der 50-Jährige. 2014 folgte ein erneuter Unfall und die Ergebnisse passten nicht. „Das war sehr demotivierend und ich wollte eigentlich einen Schlussstrich ziehen“, sagt Weber. Eigentlich. Doch der Ehrgeiz packte ihn wieder. Immerhin ist 2015 das Jahr der Weltmeisterschaft.

Nach einem intensiven Wintertraining hatte der Handbiker zum Saisonstart noch nicht die erwünschten Resultate eingefahren. Jetzt folgte der Weltcup in Maniago (Italien). Und Max Weber fuhr im Straßenrennen tatsächlich als Erster über die Ziellinie. „Ich hatte Gänsehaut. Das war ein super Gefühl“, freut sich der 50-Jährige, der die versammelte Weltelite hinter sich ließ. „Es war auch ein bisschen Glück dabei, da ich eine gute Position hatte“, berichtet Weber. An zweiter Stelle durchfuhr er einen Kreisverkehr und überholte auf der Zielgerade noch seinen Konkurrenten aus Dänemark. Was für ein Erfolg für den Paralympicssieger von 1996 im Rennrollstuhl, der auch nach seinem Wechsel auf das Handbike um die Jahrtausendwende schon einen Weltmeistertitel sowie Silber bei den Spielen 2008 in Peking holte.

„Ich bin total glücklich, dass ich es bei einem Weltcup ganz nach oben aufs Treppchen geschafft habe. Ich fühle mich gut und meine Leistungswerte waren nie besser. Dass mein Körper noch so fit ist, wundert mich selbst“, betont der 50-Jährige, hält den Ball aber flach: „Man muss das realistisch sehen. Ich werde es jetzt bestimmt nicht ständig auf das Podest schaffen.“

Ob Max Weber in einem Jahr auch bei den Paralympics in Rio an den Start geht? „Daran denke ich noch nicht“, stellt der Obergünzburger klar. „Für mich zählt die Weltmeisterschaft in der Schweiz. Ich mag das Land und habe dort schon Erfolge gefeiert. Das wird sicher eine tolle Veranstaltung.“ Die WM steigt vom 30. Juli bis 2. August 2015 in Notwill (Schweiz).

Und auch die anderen Sportlerinnen und Sportler des deutschen Paracycling-Teams haben beim Weltcup in Maniago ihre tolle Form unter Beweis gestellt. Mit 20 Medaillen schaffte es Deutschland auf Platz zwei in der Nationenwertung. Sechsmal Gold, zehnmal Silber und viermal Bronze standen am Ende zu Buche – eine starke Bilanz. Die Siege holten neben Max Weber noch Christiane Reppe und Denise Schindler im Straßenrennen sowie Michael Teuber, Jana Majunke und Dorothee Vieth im Zeitfahren. „Zwar war es mit über 30 Grad bei den Rennen richtig heiß, aber es herrschte eine tolle Stimmung. Man hat richtig die Radsportbegeisterung in Italien gespürt“, berichtet Denise Schindler, die durch Gold im Straßenrennen und Silber im Zeitfahren die Führung in der Weltrangliste übernommen hat.

Weiter geht es für die deutschen Radfahrer bereits am kommenden Wochenende mit dem Wettkampf in Yverdon les Bains (Schweiz). Nach dem Heim-Weltcup in Elzach (24. bis 26. Juli 2015) folgt wenige Tage später die Weltmeisterschaft.

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Veröffentlicht in: Sport

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