Prof. Näder feiert 25 Jahre CEO mit Flüchtlingen

Flüchtlinge Ottobock

Mannschaftsbesprechung der besonderen Art: Prof. Hans Georg Näder und die Auswahl FC Levante. Foto: Ottobock

Türen öffnen statt Menschen ausgrenzen – mehr als nur ein Zeichen hat Prof. Hans Georg Näder bei der Feier von 25 Jahren als President und CEO der Firmengruppe Ottobock gesetzt. 300 Kriegsflüchtlinge, die in Heimen rund um seine Heimatregion Duderstadt untergebracht sind, lud er ein, um bei einem multikulturellen Abend zwischenmenschliche Begegnungen entstehen zu lassen.

Mit dabei Aiman Mazyek vom Zentralrat der Muslime, der für diesen Abend aus Berlin anreiste. Die Idee, Kriegsflüchtlinge in seine Feier zu integrieren, erklärt Prof. Näder aus der Geschichte seiner Familie. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Firma und Familie in Königsee/Thüringen entschädigungslos enteignet. Seine Eltern, Dr. Max und Maria Näder, verschlug es nach Duderstadt, wo unter schwierigsten Bedingungen vom Nullpunkt aus das Unternehmen neu aufzubauen war. Heute hat Ottobock Niederlassungen in 55 Ländern der Welt, 8.000 Mitarbeiter und einen Jahresumsatz von mehr als einer Milliarde Euro.

Als Hans Georg Näder sich nun die Situation der Eltern vor Augen führte, dachte er an diejenigen, die heute zwischen Hoffen und Bangen einer unsicheren Zukunft entgegensehen. Schon am Vortag, an dem sein Vater 100 Jahre alt geworden wäre, kam bei der Festveranstaltung im neuen Max Näder Haus das Flüchtlingsthema wiederholt zur Sprache.

Professor Näder und Bundestagspräsidentin a.D. Professor Dr. Rita Süßmuth waren sich völlig einig, dass schnellere Schritte zur Integration dringend geboten sind. Professor Näder wies darauf hin, dass in einem global agierenden Unternehmen wie Ottobock zum Beispiel Bedarf an Mitarbeitern besteht, die Arabisch als Muttersprache beherrschen: „Vielleicht finden wir die ja an einem solchen Abend.“

Schon der Vortag bewies, dass der Schritt zu mehr Selbstverständlichkeit manchmal kurz ist. Aus dem Wohnheim in Westerode wurde eine Fußballauswahl gebildet, die als FC Rosenthaler Hof gegen eine Duderstädter Jugendauswahl antrat (und trotz guter Vorstellung 0:2 unterlag). Die Begegnungen am Spielfeldrand waren dabei ebenso angenehm wie das Geschehen auf dem Platz. Es war das Vorspiel zur 60-Jahr-Feier der Betriebssportgemeinschaft Ottobock, bei der die Duderstädter Auswahl, verstärkt durch den oberschenkelamputierten Paralympics-Sieger Heinrich Popow, gegen Königsee mit 7:0 gewann.

 

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