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RehaTreff Archiv |
 |  |  | Ausgabe: 2005-3 |  |  |  |
„Mit meiner MS hatte ich großes Glück“
Die Schwetzinger Mundmalerin Doris Mauser ist immer auf der Suche nach einem positiven Tenor.
Bis tief in die Fingerspitzen versucht sie ihre Arme zu spüren, dann fühlt sie hinein in ihre Oberschenkel, ihre Knie, Waden und Fußspitzen, fühlt den Bauchnabel, wie er sich mit der Atmung hebt und senkt, zuletzt die Wangen, Augenhöhlen und den Hals. Wenn Doris Mauser meditiert, tastet sie innerlich ihren ganzen Körper ab, spürt, dass er weiterhin lebt, auch wenn sie ihn immer weniger selbst steuern kann.
Doris Mauser malt seit über 35 Jahren. Anfangs mit der Hand, später mit einer Schiene am Unterarm und schließlich mit dem Mund, fast immer Aquarelle, selten auch Öl auf Leinwand; immer mit Motiven, in denen für sie das Schöne steckt, die Freude und Ruhe eines neuen Tages. Häufig sind es Blumen und stille Landschaften im Schnee, auch Vögel, Porträts und verwinkelte Bauwerke. Seit ihrem dreizehnten Lebensjahr hat sie MS (Multiple Sklerose) – anfangs hielten ihre Eltern die Diagnose vor der jungen Doris geheim, weil sie fürchteten, sie würde die Schule abbrechen und doch nicht studieren wollen. Dafür ist sie dankbar, denn in dem Schritt zum Studium und dem damit verbundenen Umzug aus dem Elternhaus in eine Heidelberger Studenten-WG sieht sie heute eine wichtige Entscheidung: „Da hatte ich gerade erfahren, was tatsächlich mit mir los war und war in ein tiefes Loch gefallen. Ich las nicht mehr, tat nichts von dem, was mir einmal wichtig gewesen war, nicht einmal weinen konnte ich. Der Wegzug von zu Hause bedeutete für mich, endlich selbstständig mit meiner Krankheit umzugehen.“ .
„Ich denke, dass ich mit dem Verlauf meiner MS großes Glück hatte“ - Worte, die Doris Mauser treffend charakterisieren in ihrer Überzeugung, dass sich jedem Rückschlag auch etwas Positives abgewinnen lässt. Schließlich habe sie keine Sichtausfälle gehabt, wie MS-Patienten sie oft schon früh feststellen, und 44 Jahre nach der Diagnose bleiben ihr noch immer drei der wichtigsten Dinge überhaupt: Ihr Leben, ihre Sprache, und die Freude an den kleinen Dingen. .
Die Geschichte der mundmalenden Doris Mauser. Niklas Schenck hat sie besucht und den Artikel verfasst.
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Spitzenleistungen beim 8. Int. Rollstuhlmarathon
Das 8. Rennen rund um den Neckar zwischen Heidelberg und Neckargemünd war ein absoluter Treffer. In mehreren best besetzten Wettbewerben traf Europas Handbike-Elite zu einen großartigen Rennen zusammen.
Neben dem großartigen Starterfeld und den tollen Rennergebnissen gab es ein rundes Rahmenprogramm, an dem die vielen Sponsoren des Rennens sich stark beteiligten.
Neben den langjährigen Sponsoren AUDI AG, Sunrise Medical (sopur), der Stadtwerke Heidelberg AG, der SRH Holding und Aktion Mensch hatte sich auch Küchen Quelle zu einem Engagement entschieden. Medical Service betreute wie schon in den letzten Jahren den Kinder- und Jugendlauf vorbildlich. Viele Helfer, Firmen und Institutionen bildeten den Grundstock für die Organisation.
Daniela Gobat, Redakteurin von Der Rehatreff, war eigens aus Hamburg angereist, um eine Reportage über dieses Großereignis zu schreiben.
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Der 8. Int. Rollstuhlmarathon Heidelbergund seine kleine Geschichten am Rande.....
Aus 25 Nationen flogen viele der 380 Athleten beim Rollimarathon ein. Flogen? Nicht alle! Igor Gregoriev aus Kiew war mit dem Auto da. Drei Tage saß der 71jährige mit seiner Frau Albina hinter dem Steuer seines alten Tavria 1,1, um in Heidelberg den Halbmarathon zu fahren. Gregoriev – ein Sportsmann durch und durch. Vor seiner Querschnittlähmung im Jahr 1967 war er 1963 dritter bei den Motocross-Weltmeisterschaften. Er bekam ein neues Motorrad, stürzte bei einem Sprung und sitzt seitdem im Rollstuhl. Und ab heute sitzt er wieder in seinem silbernen Tavria – drei Tage zurück in die Ukraine. Gute Fahrt!
Mit einem Großaufgebot war die Polizei gestern entlang der Marathon-Strecke unterwegs. Aber nicht nur in grün, sondern auch inkognito in schwarz. Sechs Fahrer des Motorradclubs „Blue Knights Germany“ – im normalen Leben Polizisten bei der Polizei Mannheim – chauffierten TV-Kameraleute und (RNZ-)Fotografen sicher und gekonnt über die Strecke. Und selbst beim Stürzen zeigten sie sich als Meister ihres Fachs. Als ein Rolli-Athlet direkt vor ihm verunglückte, bremste einer der Biker samt Kameramann gekonnt ab und kippte nur langsam zur Seite. Es bleib bei wenigen Kratzern am Motorrad – gerade noch mal gut gegangen!
Wasser und Durst – sicherlich zwei der meistgenannten Wörter beim Rollimarathon in Heidelberg. Schwüle Temperaturen und Sonne satt machten das Rennen für einige Athleten auf der Strecke zu Qual. Nur nicht für Lokalmatador Errol Marklein (Klasse B). „Hoffentlich ist es am Sonntag sonnig und heiß – das ist mein Wetter“, prophezeite der Tairnbacher noch unter der Woche. Die Rechnung ging auf – Marklein siegte. Durst hatte übrigens auch die Neckarwiese. Fünf Tage à zwölf Stunden wurde der Rasen von den Mitarbeitern der Stadtwerke im Vorfeld gewässert, um am Sportsonntag „in Form“ zu sein. Und die Berufsfeuerwehr Heidelberg wässerte gestern morgen noch mal nach – na dann Prost!
Die Experten trauten ihren Augen kaum: Auf der Maxi-Marathonstrecke zwischen Heidelberg und Neckargemünd wurden gestern Spitzenzeiten gefahren. Vielleicht auch ein Verdienst von Michael Reutter. Er ist Chefkoch im Restaurant „liberty“ auf dem Gelände der SRH-Gruppe in Wieblingen. 40 kg Nudeln und 100 Portionen Lasagne zauberte er mit seinem Team am Samstag Abend auf die Teller. Leckere Kohlehydrate bei der Nudelparty. Dazu gab es rund 40 Liter Soße und zum Dessert 20 kg Schoko-Pudding – Rolliathleten haben Appetit!
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