By März 25, 2014 0 Comments Weiterlesen →

Schönheit von innen und außen

tönnies close-up

Angela Tönnies macht passgenaue Mode für Menschen mit Behinderungen.
(Foto: privat)

„Ich finde es toll, dass immer mehr Menschen mit Behinderung sagen: Wir sind auch noch da und wir wollen uns nicht verstecken! Auch wir haben das Recht, schick und modern auszusehen“, erzählt Angela Tönnies und lässt das R mit Nachdruck auf ihrer Zunge rollen. Die studierte Diplom-Modedesignerin stammt ursprünglich aus Sibirien und arbeitete nach dem Studium in einem Modeatelier in Russland. 1993 kam sie nach Deutschland und hat mittlerweile ihr eigenes Nähstudio „Schick & In“ in Groß-Berkel bei Aerzen eröffnet. Dort fertigt sie Mode für Menschen mit und ohne Behinderung an. Ihr oberstes Credo dabei: Schönheit mit Funktionalität zu verbinden.

Kreativ und modern statt 08/15

Zum Beispiel bei der Herrenjacke, bei der ein durchgängiger Reißverschluss an den Ärmeln das Anziehen für Prothesen- oder Gipsträger erleichtert. Auch eine dunkle Cordhose ist rechts und links an jedem Bein mit Reißverschlüssen ausgestattet, die von oben und unten geöffnet werden können. So hat man im Handumdrehen zwei Hosenteile. „Dadurch ist es bei Lähmungen leichter, sich im Liegen anzuziehen“,  erklärt die 50-Jährige. Nähte auf der Außenseite können bei Narben und Verletzungen zudem zusätzliche Druckstellen verhindern.

Auch für die Damenwelt hat sich die Designerin etwas überlegt: einen Rock mit durchgängigem Reißverschluss, den man sich einfach wie eine Decke auf den Rollstuhl legt, sich dann darauf setzt und anschließend einfach den Reißverschluss zumacht – schon ist man fertig angezogen. Als Ersatz für die langweilige 08/15 Gummibundhose hat die Modedesignerin für eine Kundin mit Zerebralparese eine bequeme, breitere Hose im Marlene-Schnitt angefertigt. Die Hose ist aus extra fließendem Material, sodass sie schnell an- und ausgezogen werden kann. Außerdem wichtig dabei: das dickere Innenfutter, damit die Beinschienen aus Titan das Material nicht zerstören können. Für Frauen, die sich nach einer Brustkrebsoperation wieder weiblich fühlen möchten, gibt es eine Jacke, bei der flauschiges Fellimitat in Brusthöhe fehlende Oberweite kaschiert. In eingearbeiteten Taschen über der Brust können außerdem Polster getragen werden. Und für Rollifahrer hat sich die 50-Jährige noch etwas überlegt: „Rollstuhlfahrer haben oft einen breiteren Rücken und muskulösere Arme durch das ständige Anschieben“, erklärt die Designerin. Deswegen fertigt sie Shirts mit weitem Armausschnitt an, die extra breit in der Schulterpartie sind. Egal, ob querschnittgelähmte oder kleinwüchsige Kunden, Angela Tönnies hat für jedes körperliche Handicap eine entsprechende, modische Idee zur Hand.

[Best_Wordpress_Gallery gallery_type=”image_browser” theme_id=”1″ gallery_id=”3″ sort_by=”order” image_browser_width=”500″ image_browser_title_enable=”1″ image_browser_description_enable=”1″ popup_width=”800″ popup_height=”500″ popup_effect=”none” popup_interval=”5″ popup_enable_filmstrip=”1″ popup_filmstrip_height=”50″ popup_enable_ctrl_btn=”1″ popup_enable_fullscreen=”1″ popup_enable_comment=”1″ popup_enable_facebook=”1″ popup_enable_twitter=”1″ popup_enable_google=”1″ watermark_type=”none” watermark_link=”0″]

Die ganze Geschichte lesen Sie im RehaTreff (1/2014). Hier können Sie ein kostenloses Probeheft oder ein Abo bestellen (18 €/Jahr für vier Ausgaben)
Print Friendly
Veröffentlicht in: Nachrichten, Gesellschaft

Sagen Sie uns Ihre Meinung!