Schwimm-WM: Happy End mit Doppel-Bronze für Grahl und Iwanow

Sebastian Iwanow. Foto: DBS / B. v. Welck

Sebastian Iwanow. Foto: DBS / B. v. Welck

Happy End für das deutsche Team bei den Schwimm-Weltmeisterschaften in Glasgow (Schottland): Am letzten von sieben Wettkampftagen feierten Denise Grahl und Sebastian Iwanow noch einmal Doppel-Bronze und stockten damit das deutsche Medaillenkonto auf insgesamt elf Edelmetalle auf.

Das zwölfköpfige Aufgebot von Bundestrainerin Ute Schinkitz sammelte zweimal Gold, viermal Silber und fünfmal Bronze. Star der Weltmeisterschaften war aus deutscher Sicht Daniela Schulte mit einer Gold- und drei Silbermedaillen. Auch Verena Schott schaffte es ganz nach oben aufs Treppchen.

Der letzte Wettkampftag bot noch einmal zwei ganz besondere Geschichten. So war Sebastian Iwanow in Glasgow bislang weit entfernt von jeglicher Feierlaune. Unzufrieden herrschte beim 30-jährigen  Wuppertaler, der mit einer Fehlbildung der Beine auf die Welt kam (Dysmelie). Nur eine Finalteilnahme bei vier Starts – das war eine enttäuschende Bilanz des Paralympics-Zweiten von 2012, der bei der Europameisterschaft 2014 noch fünf Medaillen eingesammelt hatte. Sein letztes Rennen: die 100 Meter Freistil (Startklasse S6). Schon im Vorlauf hatte Iwanow angedeutet, dass er schnell unterwegs ist. Nachdem er gegen Ende etwas Tempo rausgenommen hatte, ging er als Sechster ins Finale. Da wollte es der Schwimmer von Bayer Leverkusen noch einmal allen zeigen. Ein Kraftakt zum Abschluss. Ein richtiger Kampf. Und belohnt wurde dieser mit der erlösenden Bronzemedaille in 1:09,18 Minuten. Ein versöhnliches Ende für den ehrgeizigen Sportler, der sagt: „Ich wollte diese Medaille unbedingt. Es musste einfach klappen.“ Und es hat geklappt, dank einer starken Willensleistung.

Die zeigte auch Denise Grahl. Einen fünften und siebten Platz sowie persönliche Bestzeiten hatte die Schwimmerin vom Hanse SV Rostock bei ihrer WM-Premiere bereits erreicht. Doch sie wollte mehr. Rang fünf im Vorlauf zeigte bereits, dass die 22-Jährige mit in der Verlosung sein würde um die Medaillenplätze. Und Denise Grahl startete richtig gut, war zwischenzeitlich sogar Zweite und schlug nach 50 Meter Freistil am Ende als hervorragende Dritte an in 34,68 Sekunden (Startklasse S7).

Für eine weitere Überraschung hätte fast noch Tobias Pollap gesorgt. Unerwartet ging der Leverkusener als Dritter ins Finale über 50 Meter Freistil (Startklasse S7), musste sich im Endlauf allerdings mit einem guten fünften Platz zufrieden geben in 29,32 Sekunden – und zur Medaille fehlten nur sechs Zehntel. Dennoch eine starke Leistung des 29-Jährigen. Wie auch des gesamten Teams bei einer insgesamt erfolgreichen Weltmeisterschaft mit vielen Höhen und wenigen Tiefen. Fest steht nach einer Woche in Glasgow: Das deutsche Team hat an jedem Wettkampftag mindestens eine Medaille gewonnen. Eine Bilanz, die sich im harten internationalen Kräftemessen sehen lassen kann.

 

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Veröffentlicht in: Sport

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