By März 26, 2014 0 Comments Weiterlesen →

Sommerferien barrierefrei

Barrierefreier Stadthafen Senftenberg

Barrierefreier Stadthafen Senftenberg. Foto: Nada Quenzel/Tourismusverband Lausitzer Seenland

Die Barrierefreien Reiseziele in Deutschland präsentieren ihre Sommerurlaubsideen für Familien mit behinderten und nichtbehinderten Kindern – und Erwachsenen. Wohin in den Sommerferien? Jährlich stehen Familien erneut vor dieser kniffligen Frage. Es ist selten leicht, die Vorstellungen von Eltern und Kindern für die schönsten Wochen des Jahres unter einen Hut zu bringen und zugleich für Abwechslung zu sorgen. Schon gar nicht, wenn dabei auch die Ansprüche von Familienmitgliedern mit Mobilitäts-, Sinnes- oder geistigen Einschränkungen zu beachten sind.

Die Arbeitsgemeinschaft Barrierefreie Reiseziele in Deutschland (AG) hilft hier weiter. Auf ihrem gemeinsamen Portal www.barrierefreie-reiseziele.de präsentieren die acht Vorreiterregionen im barrierefreien Tourismus ihre Ideen für vielfältige gemeinsame Erlebnisse von behinderten und nichtbehinderten Menschen.

Ostfriesland: Inselvergnügen im Moin-Land

In Ostfriesland etwa garantiert ein Inselausflug nach Langeoog unbeschwertes Strand- und Freizeitvergnügen. Kostenfrei können Strandrollstühle mit Ballonreifen ausgeliehen werden. Sie eignen sich für Streifzüge nahe der Wasserkante, und mit speziellen Liege-Schwimm- Rollstühlen geht es sogar ins kühle Nass hinein. Das Kinderspielhaus Spöölstuuv bietet zudem Kinderbetreuung, Kreativ- und Bastelkurse und in den Sommerferien ein spannendes Piratenfest. Darüber hinaus sind in der Nordseeregion, in der man sich morgens und abends mit “Moin” begrüßt, viele Freizeiteinrichtungen stufenlos erreichbar und haben auf Barrierefreiheit umgerüstet. Eine Seehundstation zum Beispiel, in der Kinder beobachten können, wie verwaiste Seehunde versorgt und wieder ausgewildert werden.

Ruppiner Seenland: Reiten mit Handicap

Im Ruppiner Seenland nördlich von Berlin lässt sich die Natur aktiv auf dem Rücken der Pferde erkunden. Reiterhöfe bieten therapeutisches Reiten und Reiten mit Handicap an. Auf Hof Grüneberg geht es mithilfe ausgebildeter Trainer vom Rollstuhl direkt in den Sattel. Ausritte finden meist in Gruppen statt und die Pferde werden in der Regel geführt. Auch viele weitere Reiterhöfe heißen Gäste mit Mobilitäts-, Lern- und Sinneseinschränkungen sowie mit geistiger Behinderung willkommen. Zudem lassen Kutsch- und Kremserfahrten in Rheinsberg und ein Wildpferdegehege in Liebenthal die Herzen von Pferdefans höher schlagen.

Sächsische Schweiz: Mit dem Handbike durch die Felsenwelt

Auch die Sächsischen Schweiz unweit von Dresden bietet spannende Reiterlebnisse. Der Anders-Hof in Ehrenberg ist zwar nur bedingt für Rollstuhlfahrer geeignet, hat sich jedoch auf blinde sowie lern- und geistig behinderte Besucher spezialisiert. Ausgebildete Heilerzieher und Reitpädagogen betreuen die Kinder und Jugendlichen. Übernachtet wird in der Heuscheune, in einer Jurte, im Zigeunerwagen oder in der Ferienwohnung. Ausflüge lassen sich in der Nationalparkregion aktiv gestalten. Hör-, lern- und geistig behinderte Kinder können sich einmal im Felsklettern probieren. Handbike-Touren durch die bizarre Felsenwelt sowie Schlauchboottouren auf der Elbe sind auch für mobilitätseingeschränkte Kinder ein Riesenspaß.

Fränkisches Seenland: Wassererlebnisse im Rollstuhl

Das Fränkische Seenland südwestlich von Nürnberg ist ein Paradies für Wasserratten. Die sieben großen Badeseen Altmühlsee, Großer und Kleiner Brombachsee, Igelsbachsee, Rothsee, Hahnenkammsee und Dennerloher See bieten mit ihren Sandstränden, ebenen Uferwegen und Rollstuhlbaderampen am Kleinen Brombachsee und Rothsee Wasservergnügen für alle. Strandrollstühle mit breiten Reifen können kostenfrei am Altmühlsee, Großen und Kleinen Brombachsee sowie am Rothsee geliehen werden. Sie lassen sich am Sandstrand leichter fortbewegen und man kann mit ihnen über den Strand ins Wasser gelangen. Auf dem Altmühlsee und Großen Brombachsee sind zudem Schiffsrundfahrten möglich. Die Schiffe haben einen stufenlosen Einstieg.

Lausitzer Seenland: Auf Rädern durch neue Landschaften

Im Lausitzer Seenland geht es auf Exkursion in ein sich wandelndes Tagebaugebiet. Aus der einstigen Mondlandschaft ist ein reizvolles Seenland entstanden. Es ist die größte von Menschenhand erschaffene Wasserlandschaft ganz Europas. Aktiv geht es mit Rollfiets oder Handbike auf gut ausgebauten und asphaltierten Wegen vorwärts. Örtliche Anbieter begleiten Blinde und Sehbehinderte auf dem Tandem durch die Natur. Für Abenteuerlustige geht es auf Quads oder im Jeep durch stillgelegte Bergbaufolgelandschaften. Und reichlich Wasserspaß bieten Bootstouren auf dem Senftenberger See. Die Angebotsbreite aus Kajak, Canadier, Ruder-, Tret-, Motor- und Segelboot schafft Abwechslung und Spaß für die ganze Familie.

Erfurt: Freiluftspektakel bei den DomStufen-Festspielen

Dass auch ein Ausflug in städtische Gefilde Kinderaugen zum Strahlen bringt, zeigt sich in Erfurt. Die DomStufen-Festspiele präsentieren in diesem Jahr die Kinderoper “Die Omama im Apfelbaum” sowie für Jugendliche und Erwachsene die Rockoper “Jedermann”. 70 Domstufen und eine 700 Jahre alte Kulisse aus Mariendom und St. Severikirche bilden die wohl schönste Open-Air-Bühne Thüringens. Hier spielen sich die Inszenierungen im Juli ab. Das Festspielgelände besitzt barrierefreie Zugänge und auch ausreichend Rollstuhlplätze.

Weitere Tipps und Informationen zu allen Urlaubsgebieten, die der AG Barrierefreie Reiseziele in Deutschland angehören, sind auf www.barrierefreie-reiseziele.de abrufbar. Zu den acht AG-Mitgliedern gehören die Regionen Eifel, Ostfriesland, Sächsische Schweiz, Fränkisches-, Lausitzer- und Ruppiner Seenland sowie die Städte Erfurt und Magdeburg.

(lifePR)

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Veröffentlicht in: Nachrichten, Gesellschaft, Reise

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