Vor Meisterschaftsfinale sind alle Uhren wieder auf „null“ gestellt

Nachdem am vergangenen Sonntag der RSV Lahn-Dill im Finale um den DRS-Pokal gegen den großen nationalen Herausforderer RSB Thuringia Bulls die erste Titelentscheidung des Jahres verpasst hat, sind nun in der Finalserie um die deutsche Meisterschaft alle Uhren wieder auf „null“ gestellt. Spiel eins der „best-of-three“ Serie, ebenfalls gegen den Rivalen aus Thüringen, steigt am Samstagabend um 19:30 Uhr in der Wetzlarer August-Bebel-Sporthalle.

Titelverteidiger RSV Lahn-Dill will dabei nicht nur vor eigenem Publikum das wichtige 1:0 in der Serie vorlegen, sondern sich auch selbst den Stachel der hauchdünnen Endspielniederlage im Pokal ziehen und damit Revanche für das 70:72 am Sonntagnachmittag in Elxleben nehmen. Dass dies im Duell zweier europäischer Spitzenmannschaften auf Augenhöhe nicht leicht wird, ist selbstredend, doch mit dem sprichwörtlichen „sechsten Mann“ im Rücken hat der RSV einen weiteren Trumpf im Ärmel.

Bestwick

Kampf um jeden Zentimeter für Joe Bestwick (#4), v.l.: Annabel Breuer (#12), Michael Paye (#5), Raimund Beginskis (#6), Teemu Partanen (#12), André Bienek (#10) und Thomas Böhme (#13). Foto: Armin Diekmann

„Wir haben am vergangenen Wochenende in beiden Spielen des Final Four gar nicht schlecht gespielt, einfach nur den vernünftigen Abschluss nicht gefunden, das müssen wir besser machen“, weiß auch Co-Trainer Ralf Neumann über die Fehler, die abgestellt werden müssen. Vor allem aus mentaler Sicht wäre ein Erfolg im letzten Heimspiel wichtig, denn in Spiel zwei und einem eventuell dann alles entscheidenden dritten Duell haben die Thüringen den Heimvorteil auf ihrer Seite. Mit einem Sieg im Gepäck läge der Druck dabei auf Seiten der Mannschaft von Trainer Josef Jaglowski, der in der Thüringischen Allgemeinen mit den Worten „nun sind wir Favorit“ zitiert wird.

Insbesondere der scheidende US-Nationalspieler Steve Serio möchte hier aber diesen Worten einen Strich durch die Rechnung machen, der nur zu gern würde er den RSV Lahn-Dill mit dem Gewinn der Meisterschaft in Richtung Heimat verlassen. Für den 28-jährigen New Yorker ist es zudem der letzte Auftritt vor heimischer Kulisse. Nach der Partie wird er von Verein und Fanclub gebührend verabschiedet werden, unabhängig davon wie das erste von maximal drei Duellen der beiden besten deutschen Teams ausgegangen ist.

Was die Fans auf alle Fälle erwarten wird, ist ein packender Playoff-Kampf, der bereits im Vorjahr in einer dramatischen Finalserie endete. Damals legte Thüringen in eigener Halle vor, ehe der RSV Lahn-Dill in zwei hoch emotionalen und spannenden Spielen zuhause den Titelkampf noch einmal umdrehte. In der Neuauflage 2016 wird es nicht weniger dramatisch zugehen, was schon die Ergebnisse aus der RBBL-Hauptrunde im Kampf um den direkten Vergleich zeigen. In Elxleben verlor der RSV Lahn-Dill im November mit 61:69, um vor großer Kulisse Mitte Februar sein Heimspiel mit 68:61 zu gewinnen.

Entscheidend wird am Samstag aber nicht nur die mentale Seite, sondern auch der Auftritt der Leistungsträger. Zwar hatten Kapitän Paye & Co. im Pokalfinale Center und Topscorer Aliaksandr Halouski und vor allem Guard André Bienek recht gut kontrolliert, doch mit dem Letten Raimund Beginskis und dem Schweden Joakim Linden sprangen zwei andere Spieler in die Bresche und sorgten mit ihrer Leistung für den Grundstein zum Pokalsieg. Diese X-Faktoren muss nun die Mannschaft von Head Coach Nicolai Zeltinger in die Waagschale werfen: „Für uns ist es natürlich gut, dass wir nur sechs Tage später in die Revanche gehen können. Diese zusätzliche Motivation muss uns tragen“.

Insgesamt stehen sich am Samstagabend alleine zehn deutsche Nationalspieler gegenüber, die allesamt zum erweiterten Kader für die Spiele im September in Rio de Janeiro gehören. Dazu der britische Center Joe Bestwick und die beiden US-Boys Paye und Serio auf RSV-Seite sowie der Schwede Linden, der Finne Teemu Partanen, die beiden Letten Beginskis und Nerijus Venckus und der Brite Dan Highcock auf Seiten der Thüringer. Für ein Galadinner der Extraklasse im Rollstuhlbasketball ist also alles angerichtet.

Andreas Joneck

RBBL Playoff-Finale, Spiel 1
RSV Lahn-Dill RSB Thuringia Bulls Sa., 9.4., 19:30
RBBL Playoff-Finale, Spiel 2
RSB Thuringia Bulls RSV Lahn-Dill Sa., 16.4., 18:00
RBBL Playoff-Finale, Spiel 3 (optional)
RSB Thuringia Bulls RSV Lahn-Dill So., 16.4., 14:00

 

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Veröffentlicht in: Sport

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