By Oktober 26, 2015 0 Comments Weiterlesen →

AMSEL Stiftungs-Preise würdigen besonderes Engagement zum Thema MS

AMSEL Stiftungspreis MS

Dr. Josef Arweck, Dr. h.c. Frank Otfried July, Sonja Pisaniello, Prof. Jost Goller, Gernot Kaes, Michael Dittrich, Wolfgang Niersbach, Peter Schneider (v.l.) © 2015 Martin Stollberg / AMSEL e.V.

Die AMSEL Stiftung Ursula Späth verleiht jährlich ihre drei dotierten Stiftungspreise an Menschen, die sich besondere Verdienste zugunsten Multiple-Sklerose-Erkrankter erworben haben. Bei der 23. Preisverleihung am 21. Oktober im Porsche-Museum Stuttgart wurde der Ursula Späth-Preis gemeinsam verliehen an Gernot Kaes, Vorstandsvorsitzender, und an Prof. Jost Goller, Vorsitzender des Kuratoriums der Sobek-Stiftung in Renningen. Mit dem Preis für pflegende Angehörige wurde Sonja Pisaniello aus Furtwangen ausgezeichnet. Den Medienpreis erhielt der Sportjournalist Michael Dittrich aus Baden-Baden.

Der Hauptpreis, der Ursula Späth-Preis, wurde gemeinsam verliehen an Gernot Kaes, Vorstandsvorsitzender, und an Prof. Jost Goller, Vorsitzender des Kuratoriums der Sobek-Stiftung, Renningen. Die beiden Preisträger haben im Jahr 2000 den Sobek-Forschungspreis ins Leben gerufen, der mit 100.000 Euro europaweit der am höchsten dotierte MS-Forschungspreis im Bereich der Grundlagenforschung ist. Der Sobek-Preis leistet seitdem einen großen Beitrag dazu, das Thema MS bei Wissenschaftlern und Forschern präsenter zu machen und die Fortschritte in der MS-Forschung nachhaltig in die Öffentlichkeit zu tragen. Der seit 2001 zusätzlich verliehene Sobek-Nachwuchspreis, der mit 10.000 Euro dotiert ist, soll das Gebiet MS auch für junge Forscher attraktiver machen.

„Die enorme Summe von über 1,6 Millionen Euro ist bisher durch Ihre großartige Initiative in die MS-Forschung geflossen und trug dazu bei, ermutigende Antworten auf Fragen der MS zu finden. Wir alle hoffen, dass Ihr großes Ziel, die Heilung der MS, damit ein Stück näher rückt“, so der Laudator Peter Schneider, Präsident des Sparkassenverbands Baden-Württemberg. Kaes und Goller würden mit Kompetenz und Tatkraft dafür Sorge tragen, dass die Verleihung beider Sobek-Preise auch für die Zukunft gesichert bleibt. Ihr Engagement bei der Initiierung und Durchführung der Preisverleihung gehe über das bloßer Amtsträger hinaus, sie würden geleitet von den Schicksalen MS-Kranker, die ihnen persönlich am Herzen liegen würden.

Verliehen wird der Ursula Späth-Preis seit 1993 für Maßnahmen, welche die Lebenssituation oder den Alltag von MS-Kranken spürbar verbessern. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert, die die Preisträger einem Projekt ihrer Wahl zugunsten MS-Kranker zukommen lassen. Alle Preisträger erhalten eine signierte Serigrafie des Hafnerhaslacher Malers Prof. Lude Döring, die dieser speziell für die Preisverleihung zur Verfügung gestellt hat.

Pflegepreis für Sonja Pisaniello aus Furtwangen
Mit dem Preis für pflegende Angehörige wurde Sonja Pisaniello ausgezeichnet. Die Ehrung gilt der langjährigen aufopferungsvollen Pflege ihres Ehemannes Claudio, der in Pflegestufe III bei allem Unterstützung benötigt. Neben der Rund-um-die-Uhr-Pflege in ihrer nicht barrierefreien Wohnung arbeitet sie halbtags in der Fertigung von Sprechanlagen. Sonja Pisaniello nimmt ihre Lebensaufgabe wie selbstverständlich an, ihre Kraftquelle ist die Liebe zu ihrem Mann. So ist ihr Lebensmotto denn auch: Leben und lieben in guten wie in schlechten Zeiten! Die Laudatio hielt Dr. h.c. Frank Otfried July, Landesbischof der Evangelischen Landeskirche Württemberg.

Der Pflegepreis der AMSEL-Stiftung, der mit 1.500 Euro dotiert ist, wird seit 1999 ausgelobt, um pflegende Angehörige zu ehren, die MS-Kranken möglichst lange einen häuslichen Aufenthalt ermöglichen.

Medienpreis für Michael Dittrich aus Baden-Baden
Der Medienpreis ging an Michael Dittrich, SWR-Filmemacher und Moderator aus Baden-Baden. Er wurde ausgezeichnet für den Mut, durch seinen Film ‚Reine Nervensache‘ tiefe Einblicke in sein Leben als Schwersterkrankter zu geben. Mit Witz und Charme nimmt er anderen die Befangenheit gegenüber seinen Behinderungen. Laudator war Wolfgang Niersbach, Präsident des Deutschen Fußball-Bundes.

Verliehen wird der Medienpreis seit 1999 für Maßnahmen, die das Thema MS bekannter machen oder MS-Kranken einen leichteren Informationszugang ermöglichen. Der Medienpreis ist mit 1.500 Euro dotiert.

Die AMSEL Stiftung Ursula Späth (ehemals AMSEL-Förderkreis Ursula Späth-Stiftung) wurde 1985 mit dem Ziel gegründet, die Arbeit des AMSEL-Landesverbandes durch Spenden und Zinserträge zu sichern, um die Betreuung und gesundheitliche Fürsorge MS-Betroffener zu verbessern. Weiteres Stiftungsziel ist die Unterstützung MS-Erkrankter in besonderen Notlagen.
Zu den langfristigen Projekten der AMSEL Stiftung Ursula Späth gehört die Beteiligung an zwei auf MS spezialisierten Kliniken, der Fachklinik für Neurologie in Dietenbronn zur akuten Behandlung der MS und dem Neurologischen Rehabilitationszentrum Quellenhof in Bad Wildbad.

AMSEL – wer ist das?
Die AMSEL, Aktion Multiple Sklerose Erkrankter, Landesverband der DMSG in Baden- Württemberg e.V. ist Fachverband, Selbsthilfeorganisation und Interessenvertretung für MS-Kranke in Baden-Württemberg. Die Ziele der AMSEL: MS-Kranke informieren und ihre Lebenssituation nachhaltig verbessern. Der AMSEL-Landesverband hat über 8.600 Mitglieder und 60 AMSEL-Kontaktgruppen in ganz Baden-Württemberg. Mehr unter www.amsel.de

Multiple Sklerose (MS) ist die häufigste Erkrankung des Zentralnervensystems. Aus bislang noch unbekannter Ursache werden die Schutzhüllen der Nervenbahnen wahllos und an unterschiedlichen Stellen angegriffen und zerstört, Nervensignale können in der Folge nur noch verzögert weitergeleitet werden. Die Symptome reichen von Taubheitsgefühlen über Seh-, Koordinations- und Konzentrationsstörungen bis hin zu Lähmungen. Die bislang unheilbare, aber mittlerweile gut behandelbare Krankheit bricht gehäuft zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr aus.

MS in Zahlen
16.000-18.000 MS-Kranke in Baden-Württemberg
1,6-1,8 MS-Kranke pro 1.000 Einwohner in Baden-Württemberg
350-400 Neuerkrankungen pro Jahr in Baden-Württemberg
1 Diagnose täglich in Baden-Württemberg
200.000 MS-Kranke deutschlandweit
500.000 MS-Kranke europaweit
2,5 Mio.MS-Kranke weltweit

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Veröffentlicht in: Gesellschaft, Nachrichten

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