By August 24, 2015 0 Comments Weiterlesen →

Barrierefrei aktiv im Herbst

Der Herbst ist die schönste Zeit für aktive Naturerlebnisse. Wenn die Sonne nicht mehr brennt, aber noch wärmt, und die Landschaft in goldenes Licht taucht, macht es besonderen Spaß, die zauberhaften deutschen Ferienregionen zu erkunden. Die schönsten Nahreiseziele für die Nachsaison stellt die Arbeitsgemeinschaft Barrierefreie Reiseziele in Deutschland (AG) vor.

Lausitzer Seenland - Handbiker_Senftenberger_See - Foto Nada Quenzel - Tourismusverband Lausitzer Seenland

Lausitzer Seenland: Radfahren im Morgentau

In aller Frühe waten Fischer mit kniehohen Stiefeln und riesigen Netzen zum Abfischen über die Teiche. Rastende Wildgänse steigen durch Nebelschwaden im zarten Licht der Morgensonne auf. Und am Abend machen Tausende Kraniche an den über 20 Seen der Region auf ihrem Weg in den Süden Station: Wer Glück hat, erlebt solche Szenen bei Wander- oder Radtouren im herbstlichen Lausitzer Seenland. Barrierefreie Rundstrecken gibt es am Senftenberger, Geierswalder, Partwitzer und Bärwalder See. Spezialisierte Veranstalter begleiten blinde und sehbehinderte Radsportler auf dem Tandem durch die Natur. Auch Wanderungen mit Alpakas sind im Angebot. Die freundlichen, aus den Anden stammenden Kleinkamele haben nicht nur ein kuscheliges Fell, sondern auch eine wunderbar sensible Art. Das wirkt beruhigend und ist heilsam. Insbesondere Gäste mit Lernschwierigkeiten sowie Mobilitäts- und Sinneseinschränkung profitieren von der friedlichen Ausstrahlung der flauschigen Begleiter.

Fränkisches Seenland: Vögel beobachten am Altmühlsee

Das Fränkische Seenland südwestlich von Nürnberg ist eine malerische Komposition aus sieben großen Wasserflächen, sanften Hügeln und dichten Wäldern. Im Herbst lockt die Vogelinsel im Altmühlsee zur intensiven Vogelbeobachtung. 300 verschiedene Vogelarten nutzen das lagunenartige Naturschutzgebiet als Brut-, Rast- und Mauserplatz. Ab September wird die Insel so richtig lebendig, wenn Kiebitz, Großer Brachvogel und Bekassine hier rasten, Singvogelschwärme und der seltene Fischadler vorüber ziehen und Entenpopulationen wieder ansteigen. Beobachten lässt sich das vom barrierefreien Aussichtsturm der Insel. Oder auf dem Seerundweg, der gut ausgebaut auf etwa zwölf Kilometern ohne Steigung zu schönen Ausblicken auf den See und seine Vogelwelt führt. Ferngläser verleiht die nahe liegende Umweltstation, die auch in einer interaktiven, multimedialen Ausstellung über den Vogelzug informiert.

Sächsische Schweiz: Wandern und Klettern im Felsenreich

Der Nationalpark Sächsische Schweiz unweit von Dresden ist selten schöner als im Herbst. Wenn die Nächte kühler werden und die Morgensonne die Feuchtigkeit aus den Schluchten zieht, legt sich oft ein mystisches Nebelmeer über das bizarre Felsenreich. Hier und da ragen dann mitunter nur noch die Kronen der Tafelberge aus der Wolkendecke. Und der dichte Wald präsentiert ein prächtiges Farbenkleid sowie herrlich aromatische Düfte. Es ist die richtige Zeit zum Wandern. Auch mit Handbike oder Rollstuhl. Imposant sind die weiten Aussichten über die Felsenwelt. Einige sind barrierefrei erreichbar, wie die Bastei, der Brand oder die über der Elbe thronende Festung Königstein. Ein besonderes Naturerlebnis wartet auch auf Menschen mit Hörbeeinträchtigung oder Lernschwierigkeiten: In speziellen Kletterkursen können sie unter fachkundiger Anleitung die vielen Gipfel der Sandsteinnadeln erklimmen.

Eifel: Rothirsche hören im Nationalpark

Ein Hauch von Kanada in Nordrhein-Westfalen: Im Nationalpark Eifel fühlt man sich an den Indian Summer nordamerikanischer Wälder erinnert, so intensiv zeigt sich hier mitunter die Laubfärbung im Herbst. Barrierefreie Angebote wie das Wegenetz des Wilden Kermeters, Ranger-Führungen und Schiffstouren entlang dicht bewaldeter Hänge schaffen für Menschen mit und ohne Behinderung Zugang zur Natur. In der Dreiborner Hochfläche bietet sich zu dieser Jahreszeit ein seltenes Naturhörspiel: Die Brunft der Rothirsche beginnt und das tiefe Röhren der in Mitteleuropa größten frei lebenden Wildtiere ist kilometerweit zu hören. Das ist auch für blinde und sehbehinderte Menschen ein Erlebnis. Ein guter Standpunkt ist die Rothirsch-Aussichtsempore bei Dreiborn. Sie ist auch mit dem Rollstuhl barrierefrei erreichbar. Eine Begleitperson wird empfohlen.

Weitere Tipps und Informationen zu allen Urlaubsgebieten, die der AG Barrierefreie Reiseziele in Deutschland angehören, liefert die Website: www.barrierefreie-reiseziele.de

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Veröffentlicht in: Nachrichten, Reise

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