Forster schnappt sich den Gesamtweltcup

Ski alpin: Anna-Lena Forster gewinnt insgesamt vier Weltcup-Trophäen – Anna Schaffelhuber siegt bei allen Rennen, bei denen sie am Start war

Auf dem Rückflug von Amerika in die Heimat hatte Anna-Lena Forster Transportprobleme. Zu erfolgreich war die 20-jährige Monoskifahrerin aus Radolfzell (Baden-Württemberg) beim Weltcupfinale Ski alpin in Aspen (USA). Drei Trophäen kamen in den Koffer, eine ins Handgepäck. „Ich hatte schon etwas Angst, dass was kaputt geht“, sagt Forster lachend. Doch es ist alles gut gegangen, die Kugeln für den Gesamtweltcup sowie für die Disziplinen Slalom, Abfahrt und Super-G stehen im heimischen Wohnzimmer. „In die Vitrine passen sie nicht mehr“, schmunzelt die 20-Jährige.

Weltcupsiegerin Anna-Lena Forster. Foto: DBS

Weltcupsiegerin Anna-Lena Forster. Foto: DBS

Vielleicht liegt das daran, dass sie selbst nicht damit gerechnet hatte, in dieser Saison so erfolgreich zu sein. Zwar fehlte die Österreicherin Claudia Lösch verletzungsbedingt und Teamkollegin Anna Schaffelhuber nahm sich zwischenzeitlich aufgrund des Studiums eine längere Weltcup-Auszeit, doch in Abwesenheit der beiden Konkurrentinnen trumpfte Forster groß auf. So war sie sogar schneller unterwegs als die Kontrahentinnen aus den USA und Japan, gegen die sie bei der WM 2015 meist noch das Nachsehen hatte. „Im Slalom hatte ich schon gehofft, dass ich die Kugel gewinne, wenn Claudia und Anna nicht dabei sind. Dass ich aber auch noch in der Abfahrt und im Super-G vorne lande und sogar den Gesamtweltcup gewinne, damit hätte ich selbst nicht gerechnet“, freut sich Anna-Lena Forster.

„Die große Aufsteigerin der Saison“

Von ihrer erfolgreichsten Saison wollte die dreifache Medaillengewinnerin der Paralympics in Sotschi 2014 (zweimal Silber, einmal Bronze) dennoch nicht sprechen. „Paralympisches Edelmetall zählt eben noch mehr“, sagt sie. Trotzdem habe sie sich in dieser Saison weiterentwickelt. „Ich habe deutliche Fortschritte gemacht, auch in Disziplinen, in denen ich vorher noch nicht so gut unterwegs war“, betont Forster, die viel kompletter geworden ist und nach dem letzten Europacup für diese Saison in der Schweiz mit einem guten Gefühl in die Pause gehen wird. Von Bundestrainer Justus Wolf gibt’s dafür ein Lob: „Anna-Lena ist die große Aufsteigerin der Saison. Die Entwicklung stimmt in allen Disziplinen und sie hat den Rückstand auf die Spitze verkürzen können.“

Eine beeindruckende Serie legte auch die fünffache Paralympicssiegerin Anna Schaffelhuber (23 / Bayerbach (Bayern) / TSV Bayerbach) hin. Zwar hatte die Monoskifahrerin aufgrund ihrer Pause keine Chance auf den Gesamtweltcup, trotzdem gelang ihr Außergewöhnliches: Bei allen ihren Starts im Europa- und Weltcup schaffte es Schaffelhuber auf dem Treppchen ganz nach oben, so dass sie ungeschlagen blieb. „Auf diese Quote und meine Leistungen lässt sich definitiv weiter aufbauen“, freut sich die 23-Jährige.

Den ersten Weltcupsieg in dieser Saison feierte auch Georg Kreiter (31 / Thanning (Bayern) / RSV Murnau) in Aspen im Riesenslalom. Gleichzeitig war es der erste Erfolg des Doppel-Weltmeisters von 2015 mit seinem neuen Monoski-Modell. „Wir können nach anfänglichen Schwierigkeiten als Erkenntnis festhalten, dass die Umstellung gut funktioniert hat. Wir haben den Wechsel ganz bewusst in dieser Saison durchgeführt, so dass wir bei der WM und den Paralympics wieder richtig angreifen können“, erklärt Justus Wolf. Schließlich brauche eine solche Umstellung Zeit und sei deutlich komplexer, als einen Ski zu wechseln. Auch Thomas Nolte (31 / Helmstadt (Niedersachsen) / MTV Braunschweig) hat zum Abschluss in Aspen noch einmal gute Leistungen gezeigt, obwohl er zuvor sechs Wochen verletzt pausieren musste. Noch länger ausfallen wird Andrea Rothfuss (26 / VSG Mitteltal), die sich bei einem Trainingssturz eine Talusfraktur (Sprunggelenk) zugezogen hat.

DBS

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Veröffentlicht in: Nachrichten, Sport

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