Großer Jubel: Krawzow hauchdünn zu Gold

Foto: DBS / von Welck

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Spannender hätte der Kampf um Gold nicht sein können: Elena Krawzow begann über 100 Meter Brust in der Startklasse S13 famos, lag zur Wende vorne, doch die Britin Rebecca Redfern gab sich nicht geschlagen. Auf den letzten Metern folgte ein packender Zweikampf – mit gutem Ende für die 22-Jährige aus Nürnberg, die für den PSC Berlin startet. Krawzow setzte sich mit nur zwei Hundertstel Vorsprung hauchdünn gegen ihre Kontrahentin durch und jubelte bei der Schwimm-EM im portugiesischen Funchal über ihre Titelverteidigung – und sogar eine neue persönliche Bestzeit von 1:17,44 Minuten auf ihrer Paradestrecke.

„Ich bin unglaublich glücklich, die Zeit ist der Hammer. Es hat richtig Spaß gemacht“, freute sich Krawzow und bedankte sich bei Trainer Philip Semechin – „für seine Geduld mit mir“, schmunzelte die sehbehinderte Athletin, die bei der Siegerehrung manch Freudenträne verdrückte. Für weitere Medaillen sorgten am dritten Wettkampftag Tobias Pollap mit Silber sowie Janina Breuer und Daniela Schulte jeweils mit Bronze.

Die erste Medaille des Tages hatte überraschend Tobias Pollap in der Startklasse SM 7 gewonnen. Der 30-jährige Bochumer von der SG Bayer bestätigte seinen tollen Vorlauf und schwamm mit einer beherzten Leistung über 200 Meter Lagen zu Silber. 2:44,71 Minuten bedeuteten gleichzeitig eine neue persönliche Bestzeit. „Ich bin total überwältigt und hätte nie mit dieser Topleistung gerechnet. Jetzt liegt mein großes Ziel, die Paralmypics in Rio, ganz dicht vor meinen Augen“, freute sich Pollap. Ebenfalls große Freude herrschte bei Janina Breuer. Die 17-Jährige aus Karlsruhe (PSC Berlin) gewann über 100 Meter Rücken Bronze – es war die erste internationale Medaille ihrer jungen Karriere.

Deutlich häufiger Edelmetall sammelte da schon die 33-jährige Daniela Schulte. Diesmal musste sich die blinde Berlinerin (S 11) mit Bronze über 400 Meter Freistil zufrieden geben und dabei unter anderem der erst 15-jährigen Niederländerin Liesette Bruinsma den Vortritt lassen – die schwierige Vorbereitung mit einigen Rückschlägen und Ausfallzeiten machte sich über die lange Distanz bemerkbar.

Das Treppchen knapp verpasst hat Emely Telle (19 / PSC Berlin) als Vierte über 100 Meter Brust (SB13). Sebastian Iwanow (30 / SG Bayer) musste sich nach seiner Medaille am ersten Tag diesmal mit Platz fünf über 100 Meter Freistil (S 6) begnügen, Max Gelhaar (18 / BV Leipzig) schaffte es bei seiner EM-Premiere über 200 Meter Lagen (SM 7) auf Rang sechs und Daniel Simon (27 / VSG Darmstadt) wurde über 100 Meter Brust (SB 13) Siebter. Dazu reichte es für einige persönliche Bestzeiten und auch deutsche Rekorde. Damit hat das 19-köpfige Team von Bundestrainerin Ute Schinkitz nach drei von sieben Wettkampftagen zweimal Gold, dreimal Silber und sechsmal Bronze auf dem Medaillenkonto.

Die Wettkämpfe werden per Livestream auf www.deutsche-paralympische-mannschaft.de und www.sportdeutschland.tv übertragen.

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Veröffentlicht in: Nachrichten, Sport

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